Ravelin Camp

Steigt man vom Rettigs Grund in der Hamelner Nordstadt auf den Rotenberg, ein Teil der nördlich von Hameln gelegenen Fischbecker Berge hinauf, durchquert man zunächst einen alten Eichen-Hainbuchenwald mit mächtigen Alteichen und einem kleinen, nur wenig Wasser schüttenden Bachlauf. Wenn man dann die Böschung hinauf klettert bleibt der Wald zurück und eine Welle hohen Lichtes prallt gegen die erstaunten Augen. Eine weite Grasflur liegt vor einem: Ravelin Camp

EIN RAVELIN FÜR DIE NATUR

Gemeinsames Positionspapier des BUND Hameln-Pyrmont und des NABU Hameln-Pyrmont zur Entwicklung des Ravelin Camp für den Naturschutz

Auf der Internetseite der Stadt Hameln heißt es, unter dem Oberbegriff „Konversion in Hameln“ zum Ravelin Camp: Nachnutzung noch offen. Die Stadt Hameln führt aus


„Das Ravelin Camp war, wie der Name schon sagt, lange Zeit Heimstätte der Briten in Manöverzeiten. Ein großer „Zeltplatz“ mit den entsprechenden Versorgungsgebäuden, wie Küchen, Sanitär, Lager , Räumen zur Lagebesprechung und nicht zuletzt drei in den Hang gebauten Sportplätzen. 

Die Zeiten der großen Manöver der Briten im Hamelner Stadtgebiet liegen schon weit zurück. Seit Mitte der 1990-er Jahre ist es ruhig geworden auf dem Camp. Eine kurze Zeit gab es Überlegungen, den exponierten Südhang in ein Wohngebiet umzuwandeln. Dem stand damals die endgültige Rückgabe durch die Briten im Wege. Die Zeit verstrich und wie so oft sind auch hier nach Aufgabe einer intensiven Nutzung wertvolle Lebensräume für Fauna und Flora entstanden, die es aus heutiger Sicht zu schützen gilt. 

Seit der endgültigen Übergabe der Flächen der Briten an die Bundesvermögensverwaltung stellt sich nun erneut die Frage einer städtebaulich sinnvollen Nachnutzung. So ist 2011 die Idee eines Solarparks entstanden und flux mit der Planung begonnen worden. Mit dem Ausstieg des Investors wurde diese Idee aufgegeben. Derzeit ist die Nachnutzung des Camps wieder ungewiss – vielleicht kommt es ja so doch noch zu einem kleinen neuen Wohngebiet.“


Der Begriff des Ravelin ist an dieser Stelle für Hameln nicht historisch. Der Begriff Ravelin bezeichnet im militärischen Sinne ein vorgelagertes Wehr innerhalb einer Festungsanlage, das die Funktion hat, den Wall zwischen zwei Bastionen zu schützen. Ursprünglich war ein Ravelin lediglich ein kleines Wehr, das den Zugang zur Brücke vor den Festungstoren erschweren sollte. Daher auch ihr deutscher Name „Brückenkopf“. Das Hamelner Ravelin Camp hat aber mit der historischen Hamelner Festungsanlage nichts zu tun. Den Namen erhielt es erst nach dem zweiten Weltkrieg von den Briten, die hier ihre Bridge Camps durchführten, in denen die britischen Soldaten ihre Ausbildung zum Brückenbauen erhielten. Das Ravelin Camp diente dabei als Unterkunft und Zeltplatz.

Vom Militärgelände zum „Ravelin für die Natur“

Ein kleines innerstädtisches Biotop, das ist das Ravelin Camp schon heute. Die Firma Wolff Landschaftsplanung legte im April 2014 einen landschaftspflegerischen Fachbeitrag zu einem Teilgebiet des Ravelin Camps vor, in dem diverse nach Bundesnaturschutzgesetz streng oder besonders geschützte und in der Flora-Fauna-Habitatrichtlinie der Europäischen Union, bzw. der Europäischen Vogelschutzrichtlinie gelistete Arten aufgeführt wurden. Hier sind insbesondere die Zauneidechse, die Bartfledermaus, die Breitflügelfledermaus, der Grünspecht, die Feldlerche und der Rotmilan zu nennen, deren Erhaltungszustand in Deutschland insgesamt als ungünstig zu bewerten ist und die deshalb in Niedersachsen teils höchste Priorität bei der Umsetzung von Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen besitzen. Die hiervon für das Ravelin Camp sicherlich bedeutendste Art ist die Zauneidechse, die das Gebiet bereits heute als Reproduktionsgebiet nutzt. Für die ebenfalls streng geschützte Kreuzkröte bietet das Ravelin Camp immerhin einen Landlebensraum, der durch die Anlage von sich schnell erwärmenden Kleingewässern potenziell auch zu einem Reproduktionsgebiet entwickelt werden könnte. Darüber hinaus wird das Gebiet von insgesamt 46 nachgewiesenen Vogelarten als Brutgebiet genutzt, sowie von 5 Fledermausarten als Balzquartier und Jagdhabitat. Neben den bereits genannten Reptilien und Amphibien leben dort außerdem die Blindschleiche, der Feuersalamander, der Bergmolch und der Grasfrosch. Die Amphibien finden zum Teil in der ehemaligen Panzerwaschanlage, sowie in der, am Rand des Geländes mäandernden, Subeke mit ihren lichten Eichen- und Hainbuchenbeständen ein Laichhabitat. Potenzieller Lebensraum bietet sich auf dem Ravelin Camp auch für die streng geschützte Haselmaus.

Was ist das besondere an dieser Fläche, dass hier so viele verschiedene Tierarten einen Rückzugsraum finden? Einen Eindruck vom Gelände bietet der Bericht des Landschafts- und Freiraumplaners Dipl.-Ing. Christian Voigt von einem botanischen Spaziergang über das Gelände:


"Steigt man vom Rettigs Grund in der Hamelner Nordstadt auf den Rotenberg, ein Teil der nördlich von Hameln gelegenen Fischbecker Berge, hinauf, durchquert man zunächst einen alten Eichen-Hainbuchenwald mit mächtigen Alteichen und einem kleinen, nur wenig Wasser schüttenden Bachlauf. Wenn man dann die Böschung hinauf klettert bleibt der Wald zurück und eine Welle hohen Lichtes prallt gegen die erstaunten Augen. 

Eine weite Grasflur liegt vor einem, Ravelins Camp, ein Bereich, der den meisten Hamelnern weitgehend unbekannt ist, denn es handelt sich hier um einen ehemaligen, der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Truppenübungsplatz.  Seit dem zweiten Weltkrieg ist hier einiges passiert. Hier wurden Gebäude und betonierte Stellflächen errichtet, Scherrasen angelegt, Ziergehölze gepflanzt… Wie das so üblich war auf einem Übungsplatz. Die weiten Grünlandflächen wurden aber, um sie offen zu halten, von Schafen beweidet, oder im Bereich der Gebäude, mit dem Rasenmäher gemäht.  Was hier aber nicht passierte, im Gegensatz zu den meisten landwirtschaftlichen Grünlandflächen in der Zeit seit dem zweiten Weltkrieg:  Düngung. Diese Flächen wurden niemals gedüngt! Und so ist auch der erste Eindruck.

(…)

Wir schreiten über die weite Flur, und da sind sie alle, unsere Freunde aus der Magergrünland-Sektion:  da ist der Rot-Schwingel (Festuca rubra), das Rote Straußgras (Agrostis capillaris), das jetzt im Frühjahr dominante und nach Waldmeister duftende Ruchgras (Anthoxanthum odoratum), die Wiesen-Rispe (Poa pratensis) und viele andere Gräser, das Grundgerüst magerer Wiesen und Weiden.  Dazu eine ganze Reihe typischer Kräuter: Wir finden den Sauerampfer (Rumex acetosa), den Scharfen Hahnenfuß (Ranunculus acris), den Knolligen Hahnenfuß (Ranunculus bulbosus), die Kleine Bibernelle (Pimpinella saxifraga), den Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys), den Spitz-Wegerich (Plantago lanceolata), die Schaf-Garbe (Achillea millefolium), der Hopfenklee (Medicago lupulina), den Hornklee (Lotus corniculatus), den Kleinen Klee (Trifolium dubium), den Weichen Storchschnabel (Geranium molle), die Schmalblättrige Wicke (Vicia angustifolia), die Magerwiesen-Margerite (Leucanthemum vulgare) und, und, und,…        

Auffällig ist auch sofort, dass die weiten Schafweiden übersät sind mit bis zu 30 cm hohen Ameisenhügeln. Diese Form der „Buckelweide“ ist eine ganz typische Erscheinungsform extensiv genutzten Weidelandes, da die Bauten der Ameisen hier nicht von schneidenden Mähwerkzeugen oder im Vorfeld bereits durch Abschleppen im Rahmen einer Wiesenpflege eingeebnet werden.  Diese Ameisenhügel stellen kleine Sonderbiotope dar mit trockeneren, lichteren und noch magereren Standortsverhältnissen als in der dichten Grasnarbe. Und so finden wir hier auch sofort den Feld-Thymian (Thymus pulegioides), der geradezu als Charakterpflanze der Ameisenhügel anzusehen ist.  Darüber hinaus ist hier, aber auch an vielen anderen lückigen Stellen, an Erdanrissen und an den Rändern von befestigten Flächen eine reiche Frühjahrs-Annuellenflora vorhanden. Das sind kleine, einjährige Pflanzen, die auf diesen konkurrenzschwachen Stellen gedeihen und im Juni schon wieder verschwunden sind. Wir sehen das Frühlings-Hungerblümchen (Erophila verna), das Klebrige Hornkraut (Cerastium glomeratum), den Dreifinger-Steinbrech (Saxifraga tridactylites), das Quendelblättrige Sandkraut (Arenaria serpyllifolia), den Acker-Ehrenpreis (Veronica arvensis), den Kleinen Feldsalat (Valerianella locusta), den Acker-Frauenmantel (Aphanes arvensis) sowie das besonders aparte, leuchtend blaue Hügel-Vergissmeinicht (Myosotis ramosissima). 

Auf einigen steilen Böschungen tritt der steinig-mergelige Untergrund zutage und es sind kleine Magerrasen anzutreffen. Hier wächst der Echte Schaf-Schwingel (Festuca ovina), das Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella), das Frühlings-Fingerkraut (Potentilla neumanniana), der Mauerpfeffer (Sedum sexangulare), das Acker-Hornkraut (Cerastium arvense), der Schierlings-Reiherschnabel (Erodium cicutarium) und der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor).          Dann geht es weiter und wir kommen in einen Bereich, in dem sich keine Ameisenhügel mehr befinden und etwas höherwüchsige Gräser gedeihen. Eine magere Glatthaferwiese, die von der Beweidung ausgespart und zur Heugewinnung einmal jährlich gemäht wird. Neben dem namensgebenden Glatthafer (Arrhenatherum elatius) ist hier unter anderem die Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea), der Dornige Hauhechel (Ononis spinosa) und in recht großer Menge der Odermennig (Agrimonia eupatoria) zu finden. 

Dann gibt es noch eine Überraschung, denn in einigen sehr mageren und lückigen Stellen der Wiese wächst in Tausender-Menge das Bunte Vergissmeinicht (Myosotis discolor), das in der Roten Liste der Gefäßpflanzen Niedersachsens als „gefährdet“ eingestuft ist. Dessen winzige, in Wickeln stehende Blüten sind zuerst gelb, dann rosa und zuletzt blau. Ein buntes Wunder.  Außerdem sind hier und da an Wegrändern und Schotterflächen einige interessante Ruderalpflanzen zusehen, da ist z. B. das Echte Eisenkraut (Verbena officinalis), die Nickende Distel (Carduus nutans), das Einjährige Berufkraut (Erigeron annuus) und zu guter Letzt die Wegwarte (Cichorium intybus), die Pflanze, die mit dem wohl klarsten und strahlendsten Himmelblau aufwartet, das unsere heimische Flora zu bieten hat.  Und himmelblau ist der Himmel an diesem schönen Tag über der weiten Flur des Ravelin Camp und zwei gute Stunden sind herum.

Gute 20, 30 Hektar Magergrünland auf etwa 90 % der Gesamtgebietsfläche in einem nahezu unverbuschten und weitgehend guten Erhaltungszustand. Eine solche Bilanz hätte man gerne in so manchem FFH- oder Naturschutzgebiet. 

Gute 20, 30 Hektar Magergrünland, weitaus mehr, als die Stadt Hameln als geschützte Landschaftsbestandteile ausweisen konnte.

In der Roten Liste der Biotoptypen Niedersachsens sind sämtliche Untertypen des „mesophilen“, also weitgehend mageren Grünlandes mittlerweile als „stark gefährdet“ eingestuft. Magere Wiesen und Weiden haben in den letzten Jahrzehnten einen dramatischen Bestandsrückgang erfahren durch Bebauung, Umwandlung in Acker sowie insbesondere durch Aufdüngung ihrer Standorte und Überführung in artenarme Silage-Vielfach-Schnittwiesen oder intensiv genutzte Viehweiden. Die Aufdüngung der Standorte mit der einhergehenden Nivellierung des Artenbestandes ist ein nahezu irreversibler Prozess. Zur Wiederherstellung sind in der Regel Jahrzehnte bis Jahrhunderte zu veranschlagen. Im klassischen Sinne genutzte, nicht oder nur wenig gedüngte Bestände sind praktisch kaum noch vorhanden. Eine landwirtschaftliche Nutzung ist unter den heute herrschenden agrarpolitischen Rahmenbedingungen kaum noch möglich.

Die wenigen noch vorhandenen Flächen sind infolge nicht mehr stattfindender Nutzung durch Verbrachung, Verbuschung und Wiederbewaldung bedroht.  Angesichts des dramatischen Artenschwundes in der Kulturlandschaft (wir haben nur sie), angesichts der Tatsache, dass allein in den letzten 20 Jahren ein nochmaliger Rückgang der Insekten sowie auch der Vögel um 60% zu verzeichnen ist, angesichts der Tatsache, dass Bienen mittlerweile in Großstädten mehr Nahrung finden als auf dem Land, kann doch wohl niemand ernsthaft die Absicht haben ausgerechnet hier ein Baugebiet zu errichten!"


Bislang weitestgehend unerwähnt geblieben ist zudem, dass auf dem Gelände des Ravelin Camp eine alte Trinkwasserentnahmestelle existiert, die heute nicht mehr genutzt wird. Im oberen Bereich des Camps, der in den Fischbecker Wald übergeht existiert darüber hinaus noch eine alte Streuobstwiese.

Entwicklungspotenzial zum „Ravelin für die Natur“

Mit Blick auf den Naturpark Weserbergland und die von NABU und BUND initiierten Biotopvernetzungsprojekte für die Gelbbauchunke und die Wildkatze bietet sich durch den Erhalt und die Entwicklung dieses strukturreichen Offenlandbiotopes die Chance einer weiträumigen Vernetzung wertvoller Lebensräume. Das Ravelin Camp grenzt nämlich an die Fischbecker Berge, die auf der gegenüberliegenden Seite ebenfalls an den ehemaligen Standortübungsplatz Pötzen angrenzen, der von der Stadt Hameln und dem Landkreis Hameln-Pyrmont als FFH-Gebiet ausgewiesen und vom NABU als Reproduktionshabitat für die Gelbbauchunke und andere Amphibien entwickelt wird. Überquert man vom Standortübungsplatz Pötzen kommend die Kreisstraße stößt man auf eine vom BUND erst kürzlich als Wildkatzenkorridor angelegte Fläche, die Säugetieren als Querungshilfe zum nahegelegenen Süntel helfen soll. Der Süntel wiederum ist FFH-Gebiet mit diversen Quellen und Bächen und gleichzeitig Teil des überregionalen Projektes Wildkatzensprung des BUND. Erst kürzlich wurden zudem weite Teile des Süntels als Naturwald aus der forstlichen Nutzung herausgenommen. Ein „Ravelin für die Natur“, eine in das Stadtgebiet hineinragende Naturspitze, die das Vordringen des Menschen eindämmt und reguliert – so könnte man die militärische Sprache für diese Fläche in den Naturschutz übertragen.

Für die Stadt Hameln bietet die Entwicklung dieses „Ravelin für die Natur“ gleichzeitig die Chance, für die Bevölkerung und den Tourismus nah gelegene Ruhegebiete in der Natur, sowie Umweltbildung anzubieten. Denkbar wäre es, räumlich erkennbare und gekennzeichnete Querungen über das Gelände zum Fischbecker Wald anzubieten, die sich mit der Beweidung und Offenhaltung der Flächen durch Schafe, Ziegen und Rindern vereinbaren lassen. Orientieren könnte man sich bei entsprechenden Konzepten an den beweideten Deichen der niedersächsischen und schleswig-holsteinischen Küste, am Hutewald Nienover im Landkreis Holzminden oder am Steinbruch Liekwegen im Landkreis Schaumburg.

Mit Blick auf die Streuobstwiesen, die vorhandenen Wasserquellen, den seltenen Magerrasen, die notwendige extensive Art der Bewirtschaftung, sowie die bereits vorhandene Schäferei ergeben sich zudem verschiedene Ansatzpunkte der Bildung für nachhaltige Entwicklung, wie sie der vorliegende Naturparkplan zu seinem Schwerpunkt machen möchte. Hier sind Kooperationen mit Kindergärten, Schulen und Vereinen denkbar. Solche Angebote stadtnah machen zu können, ist ein Alleinstellungsmerkmal, das aus städteplanerischer Sicht eigentlich eine höhere Bewertung erfahren müsste, als die Bebauung mit Einfamilienhäusern, die der Wohnungsnot aufgrund ihres hohen Flächenverbrauchs im Verhältnis zur ihrer geringen Anzahl an Bewohnern nur wenig abhelfen werden. Hierfür stehen zudem im Hamelner Umland noch reichlich Leerstände und Baulücken zur Verfügung.

Im unteren, ohnehin bereits bebauten Teil der Fläche könnte eine ökologische Station entstehen. Ökologische Stationen sollen dazu beitragen, den Herausforderungen des regionalen Natur- und Umweltschutzes sowie den Zielsetzungen und Vorgaben der EU-Richtlinien gerecht zu werden und zum Erhalt der biologischen Vielfalt beisteuern. Von hier aus könnte die Umweltbildungsarbeit der Stadt in Kooperation mit den Verbänden betrieben werden. Nicht nur als Teil des „Ravelin für die Natur“, sondern auch mit Blick auf die Gewässer der Stadt, die unter die europäische Wasserrahmenrichtlinie fallen, insbesondere die Weser, sowie die Flora-Fauna-Habitat-Gebiete im Bereich der Stadt Hameln.

Ein Ravelin für die Natur – Unser Weg

Wir setzen uns dafür ein, dass das Ravelin Camp an die DBU Naturerbe GmbH übergeht. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit Sitz in Osnabrück. Sie wurde 2007 für die naturschutzgerechte Betreuung der DBU-Naturerbeflächen gegründet und ist für deren Sicherung und Betreuung verantwortlich. Das Nationale Naturerbe umfasst in erster Linie ehemals militärisch genutzte Gebiete, aber auch Flächen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, bekannt als „Grünes Band“, sowie Braunkohlefolgelandschaften. Diese Flächen werden dauerhaft für den Naturschutz gesichert und für nachfolgende Generationen als Orte der biologischen Vielfalt erhalten. Das an das Ravelin Camp angrenzende Waldstück wurde bereits zum Naturerbe erklärt. Da erscheint es nur folgerichtig, das gesamte Ravelin Camp ebf. an die DBU Naturerbe GmbH zu übergeben. Die DBU Naturerbe GmbH möchte die Menschen für die heimische Natur begeistern, insofern zählt auch die oben skizzierte Umweltbildung zu ihren Aufgaben, die sie grundsätzlich unter Einbindung der Akteure vor Ort verrichtet.

Eine, auch nur teilweise, Bebauung des Ravelin Camps lehnen wir rundweg ab. Die Randgebiete des Camps sind als Pufferzonen von Bedeutung. Ihre Bebauung würde die Pufferzonen nur weiter nach innen verlagern und das eigentliche Biotop verkleinern.   

Wir hoffen auf eine breite politische Unterstützung für unsere Position.

Botanischer Spaziergang Ravelin Camp

Auch in diesem Jahr haben wir wieder an einen botanischen Spaziergang über das Ravelin Camp teilgenommen. Zusammen mit der Kreisgruppe der Grünen hatten wir am 10.06.2018 die Möglichkeit unter Führung der Flächenpächter Christian Pardey und  Sonja Kabuß den Ausführungen von Dipl. Ing. Christian Voigt zu lauschen. Es ist einfach großartig zu sehen, wie sich die Fläche von Jahr zu Jahr durch die extensive Nutzung immer weiter entwickelt und wertvoller für die Natur und die Artenvielfalt wird.

Vielen Dank an Britta Kellermann und Werner Anders für das tolle Video und an die Kreisgruppe der Grünen für die Organisation des Spaziergangs!

Archiv Ravelin Camp

Alle bisherigen Aktionen und Meldungen zum Ravelin Camp und viele weitere Informationen findet Ihr auf unserer Archivwebseite!  

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Postionspapier

Unser gemeinsames Postionspapier des BUND & NABU Hameln-Pyrmont zum Download

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